Strukturiert wie die Ameise selbst, muss auch die Bekämpfung sein. Bei Staatenbildenden Insekten muss man sich Gedanken um das Warum und Wo machen
Ameisen das wahrscheinlich größte Volk auf unserem Planeten bleibt meist unbemerkt und ist ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems. Manchmal dringen sie aber in Bereiche ein, wo man sie als Schädling einstufen kann, dann ist eine Bekämpfung angesagt
Das Wissen über die Biologie dieses Duftgelenkten Insekts, der unterschiedlichen Arten, ihrer Nahrungspräferenzen und auch ihr Verhaltensmuster ist ein entscheidender Faktor in der Bekämpfung
Ameisen beim Vernaschen des Köders
Die Schwarze Wegameise (Lasius niger) ist eine der häufigsten Ameisenarten in unseren Breiten. Man kennt sie vor allem aus dem Garten, von Terrassen und rund um Gebäude.
Sie ist äußerst robust und anpassungsfähig und kommt sowohl in Städten als auch in Wäldern und anderen natürlichen Lebensräumen vor.
Ihr Nest legt die Schwarze Wegameise meist im Boden, unter Steinen, Terrassenplatten oder Pflasterflächen an. Dadurch kann sie auch unmittelbar an Gebäuden und rund um Wohnhäuser auftreten.
Im Gegensatz zu manchen anderen Ameisenarten besitzt ein Volk der Schwarzen Wegameise normalerweise nur eine Königin (monogyn).
Diese kann außergewöhnlich alt werden. Königinnen von Lasius niger können unter günstigen Bedingungen eine Lebensdauer von mehr als 20 Jahren erreichen.
Lasius niger ist auch für ihre besondere Beziehung zu Blattläusen bekannt.
Die Ameisen ernähren sich unter anderem vom sogenannten Honigtau – einer zuckerhaltigen Ausscheidung der Blattläuse. Im Gegenzug beschützen die Ameisen die Blattläuse vor natürlichen Feinden wie Marienkäfern und deren Larven.
Teilweise werden Blattläuse oder deren Entwicklungsstadien von den Ameisen sogar geschützt und an geeignete Stellen gebracht. Dieses Verhalten wird häufig mit einer Art „Viehwirtschaft“ verglichen.
Ameisen sind hoch entwickelte soziale Insekten und leben in gut organisierten Staaten. Innerhalb eines Ameisenvolkes sind die Aufgaben klar verteilt.
Die Königin ist hauptsächlich für die Fortpflanzung und das Legen der Eier zuständig.
Die unfruchtbaren Arbeiterinnen übernehmen abhängig von ihrem Alter unterschiedliche Aufgaben innerhalb und außerhalb des Nestes.
Jüngere Arbeiterinnen bleiben zunächst überwiegend im Inneren des Nestes. Dort kümmern sie sich um die Brutpflege, versorgen Larven und Puppen und tragen zur Sauberkeit des Ameisenbaus bei.
Ältere Arbeiterinnen übernehmen zunehmend Aufgaben außerhalb des Nestes. Sie suchen nach Nahrung, bewachen den Nesteingang und erweitern oder reparieren den Ameisenbau.
Die Ameisen, die man in der Wohnung, im Haus, auf der Terrasse oder in der Küche entdeckt, sind daher meistens Arbeiterinnen auf Nahrungssuche.
Der Ameisenstaat wird durch ein komplexes Netzwerk aus chemischen Signalen mittels Duftspuren gesteuert. Ameisen leben in einer Welt der Gerüche. Über ihre hochempfindlichen Antennen (Fühler) nehmen sie Pheromone wahr, die fast alle sozialen Prozesse steuern. Hier ein paar Beispiele
Kundschafterinnen markieren Wege zu Futterquellen. Je ergiebiger die Quelle, desto stärker die Duftspur.
Bei Gefahr werden Stoffe abgegeben, die den Staat in Kampfbereitschaft versetzen oder zur Flucht anregen.
Jeder Staat besitzt ein spezifisches chemisches Profil welcher am Panzer haftet Hier wird in sekundenbruchteilen zwischen Freund oder Feind unterschieden und entsprechend gehandelt